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| Biografie
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| 1929 |
geboren in Fabriano (Provinz Ancona) / Italen |
| 2008 |
gestorben in Trevi (Perugia) |
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| 1946 |
gibt das Kunststudium in Urbino aufgrund der Schwierigkeiten
der Nachkriegszeit auf. Erste autodidaktische Erfahrungen als Künstler |
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| 1948 |
Anstellung als Zeichner und Lithograph. Macht sich
mit der Graviertechnik vertraut und widmet sich der Malerei |
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| 1953 |
Begegnung mit dem Bildhauer Edgardo Mannucci, der ihn
auffordert nach Rom zu kommen. Uncini bezieht ein Zimmer im Atelier
Mannuccis in Rom und bleibt dort bis 1956. Das Atelier Mannucci ist
ein Treffpunkt der römischen Avantgarde, wodurch Uncini wichtige
Bekanntschaften schließt, u. a. mit Corrado Cagli oder Giuseppe
Capogrossi. |
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| 1961-1983 |
Dozent am Istituto d’Arte in Rom |
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| 1962 |
Gründung der Gruppo Uno |
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| 1988 |
Erhält den Preis "Premio Antonio Feltrinelli
per la Scultura" von der Accademia Nazionale dei Lincei, Rom |
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| 1995 |
Erhält den "Premio Presidente della Republica"
vom Palazzo del Quirinale in Rom |
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| Ausstellungen
(Auswahl bis 2001) |
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| 1955 |
XII römische Quadriennale |
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| 1957 |
Abstrakte Italienische Kunst, Frankfurt /
Main |
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| 1958 |
Fabriano, Chistro Quattrocentesco
Galerie Appia Antica, Rom - zusammen mit Francesco
Lo Savio, Piero Manzoni und Mario Schifano |
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| 1959 |
The Contemporaries Art Gallery, New York |
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| 1961 |
Galleria L’Attico, Rom
In den folgenden Jahre stellt er mit der Gruppo Uno aus |
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| 1965 |
Lenbachhaus München |
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| 1968 |
Galleria Christian Stein, Turin |
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| 1969 |
Salone Annunciata, Mailand |
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| 1970 |
Galleria Qui Arte Contemporanea |
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| 1973 |
Studio Marconi, Mailand
X. Quadriennale |
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| 1974 |
Galleria Godel, Rom
Galleria Ferrari, Verona |
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| 1975 |
Galleria Seconda Scala, Rom |
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| 1976 |
Galleria La Piramide, Florenz
Galleria Rondanini, Rom |
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| 1976/1989 |
Biennale, Venedig |
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| 1977 |
Studio Ennesse, Mailand |
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| 1979 |
Palazzo dei Consoli, Gubbio |
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| 1980 |
Studio Marconi, Mailand |
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| 1981 |
Studio d'Arte Contemporanea, Rimini |
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| 1982 |
Galleria Arco d'Alibert, Rom |
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| 1983 |
Galleria Mèta, Bozen |
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| 1984 |
Galleria Plurima, Udine |
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| 1985 |
Galleria De' Foscherari, Bologna |
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| 1986 |
Galleria Fioretto, Padua |
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| 1987 |
Galleria Mara Coccia, Rom |
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| 1988 |
Galleria La Panchetta, Bari
Atelier dell'Arte, Sciacca / Sizilien |
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| 1989 |
Galleria Spazia, Bologna
Galleria Mara Coccia, Rom |
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| 1995 |
Galleria Soave, Alessandria |
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| 1996 |
Studio Simonis, Paris
Galerie Vivas, Paris |
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| 1997 |
Galleria Fumagalli, Bergamo |
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| 2000 |
Museo Civico, Palazzo Fabroni, Pistoia |
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| 2001 |
Städtische Kunsthalle Mannheim |
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| Der Künstler |
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Giuseppe Uncini gehört zu den bekanntesten italienischen
Künstlern der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Zu Beginn
seines Schaffens experimentiert er mit verschiedenen Materialien für
die Untergründe seiner Kunstwerke, beispielsweise mit Masonitplatten
oder Sperrholz, mischt seinen Farben unterschiedliche Materialien
bei und arbeitet mit Sand, Asche, Wachs und Erde, um in seinen Arbeiten
eine reliefartige Wirkung zu erzielen. Uncini will eine künstlerische
Ausdrucksform entwickeln, die sowohl die Grenzen der Malerei als auch
der Bildhauerei überschreiten. 1956 bezieht Uncini sein eigenes
Atelier und beginnt mit dem Zyklus Terre, wobei er Kohle, Erde,
Marmorstaub und Zement einsetzt. Zement verwendet er zu diesem Zeitpunkt
zum ersten Mal. Außerdem experimentiert er mit Tuffstein, Sperrholz
und Eisen. 1958 beginnt er mit den Cementarmati - Arbeiten.
Bei diesen Skulpturen kommt an einigen Stellen das tragende Stahlgerüst
zum Vorschein, wodurch ein Kontrast zur rauen, kompakten Oberfläche
entsteht. Er gießt geometrische Formen aus Zement und verbindet
und stabilisiert diese mit Armiereisen. Mit diesen konstruktiven Objekten
findet Giuseppe Uncini seine eigenständige und charakteristische
Ausdrucksform. Der Künstler wendet sich streng geometrischen
Formen zu, die auch künftig in seinem Schaffen eine wichtige
Rolle spielen. Seine Werke sollen außerhalb ihrer reinen Form
und Präsenz keine Bedeutung haben. Mit Zement kann Uncini glatte
oder raue Oberflächen erzeugen, während die Eisenstäbe
eine statische Funktion erfüllen und als grafische Strukturen
dienen. Der Herstellungsprozess dieser Werke ist für den Betrachter
nachvollziehbar. Sie wirken teilweise wie Architekturformen. Das besondere
Interesse der Künstlergruppe Gruppo Uno, der Uncini angehört,
gilt der Beziehung zwischen Kunst und Wissenschaft. Sie distanziert
sich von der informellen Kunst und wendet sich geometrischen Formen
und gegenständlichen Themen zu. Als Uncini mit seinen Stahlbetonplastiken
beginnt, lässt er die Oberfläche des Zements glatt und unstrukturiert.
Später nutzt er Schalbretter, um dem Material eine Maserung zu
verleihen und die unterschiedliche Farbigkeit des Zements dient ebenfalls
dazu, spezielle Wirkungen zu erzielen. Des weiteren ist für Uncinis
Werke charakteristisch, dass sie durch eine Beziehung von offenen
und geschlossenen Flächen und von rechtwinkligen oder diagonalen,
raumbildenden Gitterstrukturen bestimmt sind. Außerdem spielt
der Raum als gestalterisches Element in allen seinen Kunstwerken eine
entscheidende Rolle. Räumliche Bezüge werden durch den Kontrast
von Flächen und Linien oder durch die Anordnung von Flächen
oder Körpern hergestellt. Die Arbeiten Uncinis sind offen für
die unterschiedlichsten Assoziationen. 1963/64 lässt sich eine
auffällige Veränderung in Uncinis Werk feststellen. Er vereinfacht
die Formen, betont lineare Elemente und vereinheitlicht Flächen,
die nun hell oder dunkel erscheinen und dadurch eine neue Wirkung
entfalten. Um 1965 setzt eine Werkgruppe mit dem Titel Strutturespazio
ein, in denen er blanke Eisenstäbe in strengen geometrischen
Formen zu raumgreifenden Skulpturen formt. Seitdem setzt er sich mit
dem Thema Schatten auseinander. Das Objekt Finestra con ombra
besteht aus dem nachgebildeten Stück einer Wand mit geöffnetem
Fenster. Dadurch dass der Schatten des Fensters durch Eisenbänder
am Boden nachgebildet ist, entsteht beim Betrachter die Illusion eines
Raumes. Bei der Werkgruppe Spazi di ferro (Räume aus Eisen),
kombiniert Giuseppe Uncini Ende der achtziger Jahre geschlossene kubische
Elemente mit Körpern, die aus offenen, durchsichtigen Gitterstrukturen
gebildet sind. Die Art und Weise, wie diese Elemente angeordnet sind,
ruft beim Betrachter ein Eindruck von Tiefenräumlichkeit hervor
und erzeugt Assoziationen mit Architekturformen. Den Eindruck von
Räumlichkeit zu erreichen hat das gesamte Schaffen Uncinis bestimmt.
Das Metallgerüst des Betons zeigt in seinen Arbeiten den leeren
Raum zwischen mehreren Blöcken aus Zement. So ensteht ein Kontrast
zwischen den geschlossenen und offenen Elementen, wodurch wiederum
eine räumliche Wirkung entsteht. In seinen neusten Kunstwerken
verwendet Uncini farbige Flächen, die in Kontrast zu den Betonelementen
stehen und den Werken eine völlig neue Wirkung verleihen.
Das Material Zement in Verbindung mit Armiereisen gebraucht Uncini
bis heute fast ausschließlich in seinen Werken. |
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