Ausstellung: JOACHIM GROMMEK

Ausstellung: RAINER SPLITT, painter

 

Eröffnung:
8. Mai 2008, 19 bis 21 Uhr

Einladung zur Vernissage

Arbeiten von Andreas Lorenschat
Arbeiten von Nataly Maier
Arbeiten von Peter Wüthrich


 

In der Ausstellung „und zwischen den Zeilen kein Wort“ werden drei Künstler präsentiert, die sich mit dem Medium Schrift auseinandersetzen: Andreas Lorenschat, Nataly Maier und Peter Wüthrich.

Die Textarbeiten von Andreas Lorenschat (geb. 1973) bewegen sich wie abstrahierte Bildformen im Raum. Sie verschwimmen in der Überlagerung und lösen sich zum Schluss ganz auf. Durch das Umstellen von Subjekt und Prädikaten führt er eine tiefere Bedeutungshaftigkeit seiner fragmentarischen Sätze herbei. So will er uns mit Textbildern wie „Durch das Gestöber hinaus zu den Wolken“ an Landschaftsmalerei erinnern und erzählt mit seinen Satzfragmenten von Orten, vom Reisen, ganz einfach vom Unterwegs sein. Da er diese Fragmente benutzt, erlaubt er dem Betrachter freie Assoziationsketten zu schmieden, die ihn selbst mit auf eine Reise in seine gedankliche Fantasiewelt nehmen.

Die Arbeiten von Nataly Maier (geb. 1957) konzentrieren sich auf die Erinnerung und die Vergangenheit. In ihren zweiteiligen Bildern besteht die obere der Tafeln aus Lackfarbe auf einer Aluminiumgrundlage, die mit ihrer extremen Perfektion einen Gegensatz zu der unteren Tafel bildet. Auf die untere Tafel hat die Künstlerin verschiedene Schichten von Ölfarbe oder Tempera aufgetragen. Die glänzende Fläche zieht den Betrachter sofort in das Werk hinein, auf dem Wörter aufgetragen sind, die ihre ursprüngliche  Bedeutung verlieren und neue Bedeutungen annehmen. Die zum Teil genauen Inschriften (wie z.B. „camera pictura“ oder „Van Gogh“) verweisen auf die Inspirationsgrundlage. Die Anregung für ihre Werke nimmt sie, u.a. aus Freskenzyklen, Renaissancegemälden, dem Barock und Manierismus. Die Verbindung mit dem historischen Vorbild ist als grundlegend zu bezeichnen, aber sie ist intim und subjektiv. Die Künstlerin drückt damit ihre tiefe Verbundenheit mit der Kunstgeschichte aus und stellt sich aber gleichzeitig als autonom und autosuffizient dar.

Der Schweizer Künstler Peter Wüthrich (geb. 1962) bezieht sich in seinen Werken ausschließlich auf Bücher, um deren Bedeutung und Objekthaftigkeit seine Installationen und Fotoarbeiten kreisen. Er ist ebenso am Buch als Gegenstand, wie an dessen Inhalt interessiert und bringt die Qualität des Mediums in seiner Ganzheit zum Ausdruck. Frei von der Funktion, Vermittler von Geschichte und Idee zu sein, bekommen die Bücher ihre eigene Persönlichkeit. Der scheinbar formalistische Gestus, mit dem der Künstler auf die Bücher reagiert, schafft eine ausdrucksvolle Spannung zwischen dem Objekt und seinem nicht erfahrbaren Inhalt. Die Photoserie „Verbum“ zeigt herausgehobene Worte, die in ihrer Reihenfolge keinen offensichtlichen Sinn ergeben, aber an verschiedene Bewegungen, wie zum Beispiel der konkreten Poesie anknüpfen. Bei der Wortauswahl fehlt das grammatikalische Verb zur Bildung von richtigen, aktiven Sätzen.

   
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